Montag, 30. September 2013

Ein paar Bilder & Zeilen rund um einen herrlich schönen Urlaub in Schweden

Eines muss ich gleich zu Beginn zugeben: Es ist sehr schwierig, nun wieder in Deutschland zu sein. An all die vielen Menschen, an die Sirenen, an die Hektik, an den Stress, an all das muss ich mich erst wieder gewöhnen. Deshalb bin ich momentan auch leider ein wenig überfordert.
Ich möchte jedoch sehr gerne ein paar Zeilen über meinen diesjährigen Urlaub in Schweden schreiben, auch wenn es schwierig ist, wenn eine Reise geendet hat, im Nachhinein darüber zu schreiben.
Gerade auch deshalb werde ich in meinem Google+-Account in nächster Zeit mit Sicherheit schöne Bilder präsentieren, die ich in Schweden gemacht habe.

Ich liebe dieses Land, und wie auch schon bereits im September 2012, so kann ich nur schreiben, dass ich mich vom ersten Augenblick an unglaublich wohl und gut gefühlt habe. Nun bin ich wieder in Stuttgart, und das ist auch schön. Ich freue mich auch wieder auf das Arbeiten, auch wenn ich im Nachhinein einem guten Freund recht geben muss: Reinhard, es wäre wirklich richtig gewesen, den Flug am Mittwoch zu nehmen, und nicht den am Freitag. Die Zeit in Schweden war auch so schon sehr kurz, und wenn ich am Mittwoch bereits wieder geflogen wäre, das wäre ziemlich krass gewesen. Auf der anderen Seite stresst es mich unglaublich, wieder in Deutschland zu sein. Ich will einfach ehrlich sein. Ich bin gerade dabei, mich wieder an all das hier zu gewöhnen.

Aber nun zu meiner Zeit in Schweden... Es war einfach nur eine absolut tolle Zeit, auch wenn die Reise etwas chaotisch begann, womit ich Zugprobleme, Geldautomatenprobleme und auch wenig Zeit zum Packen meine. Aber ich habe ohnehin unglaublich wenig mitgenommen, weil dort in Ljungdalen alles vorhanden war. Für mich stand von vornherei fest, dass ich in dem Moment, in dem ich in Memmingen ins Flugzeug nach Skavsta nahe Stockholm steige, Deutschland und auch erstmal allen Stress hinter mir lasse. Das hat perfekt funktioniert, bis ich in Memmingen alleine am Bahnhof stand am 27.9. und genervt auf den Zug nach Ulm wartete, tja, der hatte dann ebenso (Danke Bahn, mal wieder typisch) Verspätung, wie allerdings auch der ICE von Ulm nach Stuttgart (da musste ich ja noch glücklich über die gleichzeitige Verspätung dieses Zuges sein). Ich kam dann wieder in Stuttgart an, gegen viertel nach drei am Freitagnachmittag, und als erstes erschlug mich die Wärme.

In Schweden hatte ich abgesehen von vielleicht zwei Tagen immer höchstens bewölktes, meist jedoch sogar sonniges Wetter, der Himmel war meist frei und sah ohne Übertreibung so farbintensiv blaub aus, als habe ein Kind mit Wasserfarben den Himmel angemalt. Ohnehin... Dieses helle Licht in Schweden und die gleichzeitige unglaubliche Intensität der Farben, das sind Dinge, die mich total überwältigen.
Auf jedem Fall hatte ich wettertechnisch in Schweden sehr viel Glück (weil die Vorhersagen eigentlich anders waren). Und ich habe so viel erlebt. Ich wollte auch viel erleben. Na klar: auch der Film so gut wie jeden Abend (manchmal sogar zwei und oft auf einer tollen Großbildleinwand) hat in meiner Zeit mit meiner Mama und Ingo zum Programm gehört. Auch das hab' ich total genossen, aber in erster Linie habe ich da einfach jeden Augenblick in mir aufgenommen und es war schon sehr, sehr schön und wohltuend, mal einige Tage aus all dem Stress (der in Deutschland für mich kein Problem ist, aber an den ich mich erst wieder gewöhnen muss) heraus zu sein. Dieses Jahr übernachtete ich nicht in dem Wohnwagen, welcher mittlerweile für Kruscht & Krempel verwendet wird. :) Es war schön da, im wie immer total gemütlichen Häuschen.
Und in meiner Zeit in Ljungdalen hab' ich mit Sicherheit 3mal soviel wie sonst und 10mal so gesund gegessen, wie ich das in Deutschland tue. Danke Mama, Danke Ingo, für all das tolle Essen und vor allem auch einfach für die schöne Zeit mit und bei euch! Das war total klasse.

Wie es auch schon letztes Jahr war, so erging es mir auch in diesem Jahr: kaum war ich aus dem Flugzeug ausgestiegen in Skavsta und fuhr mit dem Shuttlebus von Flygbussarana nach Stockholm, da kam ich auch schon mit so vielen Menschen in Kontakt und ins Gespräch... Die Menschen in Schweden können sicher genauso doof sein, wie manche in Deutschland, aber sie sind irgendwie (fast) immer freundlich und haben einfach etwas für mich sehr Sympathisches an sich, das ich absolut angenehm finde. Am 16.9. war mein Problem, kaum in Stockholm angekommen, dass ich ewig lange das Hostel suchen musste, in dem ich von Montag auf Dienstag dann übernachtete. Mit Sicherheit fünf oder mehr Leute fragte ich nach jener Straße und überhaupt der Insel, auf der das Hostel sich befinden sollte (Gamla Stan, "Old Town"). Und während ich hin- und herlief und suchte und suchte, genoss ich sehr wohl schon jeden Augenblick. Alle schickten mich irgendwie falsch, letztendlich kam ich eigentlich zufällig an eine Straße, bei der mir gleich auffiel, dass ich dort letztes Jahr bereits war. Und siehe da, es war jene Straße, die der, in welcher das Hostel sich befand, sehr nah, wie ich auf einem Plan schon gesehen hatte. So fand ich also doch noch (mit Prasselregen und McDonald's zuvor) zum Hostel.

Und im Anschluss daran galt für mich einfach, noch die knapp verbleibenden 17 Stunden in Stockholm auszukosten, was ich auch absolut tat. Da will ich auch jetzt nicht mit Einzelheiten langweilen. Aber ich hab' so sehr viele schöne Frauen in Stockholm gesehen, mir sind bald die Augen ausgefallen. :)

Lieber ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind (außer das mit den Frauen): Die Anschnallpflicht im Bus, im Gegensatz zu Deutschland (bei den Fernbussen ist das dort aber auch sicherlich bereits anders) schnallt sich da jeder automatisch an, wie dann auch ich, auch wenn ich es immer wieder vergessen habe. ;)
Außerdem laufen eigentlich so gut wie alle bei rot über die Ampeln. Aber das machen ja in Deutschland auch viele. Die Stimmung ist da irgendwie ruhiger, ich weiß nicht. Klar, wenn man Urlaub hat, empfindet man alles um sich herum ohnehin anders, aber mir kam es irgendwie gechillter vor. Die Menschen, die Stimmung, alles. Hm...

Was hab' ich nach meiner 8-stündigen Weiterreise von Stockholm-Cityterminalen nach Funäsdalen (übrigens OHNE (!) eine einzige Pause abgesehen von einem Fahrerwechsel), einem Dorf, in welchem mich Jutta und Ingo gegen viertel vor 9 abends am 17.9. abholten, alles erlebt? Wieder fuhr ich bei der Busfahrt übrigens durch Sveg, wo Henning Mankell geboren wurde (für mich als großer Wallander-Fan eine schöne Sache). Darauf hatte mich letztes Jahr bei meiner Busfahrt nach Funäsdalen ja ein netter älterer Mann hingewiesen.
Die Busfahrt nach Funäsdalen war geprägt von sehr viel Vorfreude, aber ich war schon etwas genervt, dass nicht ein einziges Mal Pause gemacht wurde, was abgesehen von Nikotinentzug (der mir mal ganz gut tut, wenn ich den Scheiß schon nicht endlich mal sein lassen kann) auch doof ist, weil 8 Stunden sitzen, sitzen, sitzen ist trotz Vorfreude und phänomenalem Ausblick beim Schauen aus dem Fenster schon etwas ätzend.
Ich war also erstmal total glücklich, als der Bus in Funäsdalen ankam, wo ich dann endlich Jutta und Ingo wiedersah. Das war schön. Und dann ging die Fahrt über Schwedens höchste Passstraße (Flatruet) nach Ljungdalen los. Ich glaube, das sind so 50 Kilometer, weiß es aber nicht so genau.
Was ich dann erlebt habe, das war NATUR PUR! Und das ist für mich als sehr naturverbundenen Menschen schon eine große Wohltat gewesen. Manche können sicherlich gar nichts mit der Natur anfangen, messen ihr vielleicht nicht so viel Bedeutung zu. Das ist ja auch okay. Aber mich erfüllt der Anblick der Natur mit einem großen Gefühl von Glück.
Was erlebte ich also?
Ein Wiedersehen, ein totales Gefühl des Willkommenseins. Viel Gemütlichkeit, so sehr gutes Essen, Ruhe, Natur, Farben, ...
Ich war jeden der 8 Tage in Ljungdalen unterwegs, meistens sogar mit meiner Mama, was ich gar nicht gedacht hätte dieses Jahr. Einmal sind sie und ich mit Übernachtung im Zelt an einem schönen See inklusive herrlichem Sonnenuntergang etwa 80 Kilometer mit dem Fahrrad einmal um einen See (ich muss erst noch recherchieren, wie der hieß) gefahren. Da hieß es, als wir an diesem See Pause machten, für ein Feuer Holz in dem Wald zu finden, was gar nicht so einfach war, da es an jenem Donnerstag (19.9.) zur Ausnahme mal regnete, weswegen wir erst überlegten, nicht dort zu übernachten. Doch dann entschieden wir uns daür, dort zu übernachten und besuchten einen sehr interessanten Ort. Ein irgendwann entdeckter sehr kleiner Friedhof, ein Ort, direkt am See, wo einige schiefe, alte Grabsteine stehen, die wohl schon hunderte Jahre alt sind.

Erst spät abends begann es dann wieder stärker zu regnen, aber da waren wir dann im Zelt und ich schlief verdammt gut bis gegen 7 Uhr am nächsten Morgen. Nach einem gut tuenden und wärmenden Tee (an dem Freitag war es gut frisch) ging unsere Fahrradtour weiter um den See und zurück nach Ljungdalen weiter. Rast machten wir nochmal in einer Art Fischercamp, wo es sehr guten Kaffee und leckere Waffeln gab (wie auch schon zwei Tage zuvor, als ich mit meiner Mama in Gammels Garden war - heißt auch wieder nur so ähnlich, schade, dass ich mir nie Notizen mache).

Ich sah Rentiere, letzte Woche zum Beispiel, als ich mit meiner Mama von Kläppen aus, wo uns Ingo hingefahren hatte, nachdem wir die mit eingepackten Fahrräder abgestellt hatten, am Kesubon (ein schöner See in atemberaubend farbintensiver Landschaft eingebettet) vorbei etwa 6 Kilometer bis etwa 3 Kilometer vor den Helags (einen Gletscher) wanderten. Der war an jenem 24.9. bereits zum Teil mit Schnee bedeckt und wir machten aber kurz davor TeeundKekspause, ehe wir uns entschieden - da es bereits relativ spät war - zurück zu den Fahrrädern zu wandern, von wo aus wir dann die 6 bis 8 Kilometer von Kläppen nach Ljungdalen fuhren.

Ohnehin: ich bin so viel Fahrrad gefahren und das ist auch in der Natur in Schweden auf all den kleinen Wegen etwas, das echt sehr schön ist! Was ich jetzt aber unterschlagen habe: auf unserer Wanderung von Kläppen bis kurz vor dem Helags, da machten wir in einem gemütlichen kleinen Café, eigentlich nur ein kleines Häuschen nahe des Kesubon, eine Pause. Sehr, sehr leckerer Kaffee und absolut leckere Waffeln gabs... Als wir da weiterspazierten in Richtung Helags, da kamen wir immer wieder an Rentieren vorbei, einmal waren sie sogar sehr nahe. Bzw. ich brauchte nen Moment, um zu schnallen, dass ich von da weiter muss, damit das eine Rentier den Anschluss an seine Herde nicht verliert. :)

Am 22.9. war zwar in Deutschland Wahltag und ich hatte natürlich Briefwahl gemacht, aber interessierte mich angesichts der unfassbar, unbeschreiblich schönen Natur, die ich auch an jenem Tag erlebte, kein bisschen für die Wahl. Der Tag war eigentlich ziemlich regnerisch und nachdem Ingo, Jutta und ich schon am Vormittag einen Versuch unternommen hatten (am Tag zuvor hatte ich zu gut und zu lange geschlafen, weil wir das eigentlich vielleicht schon am Samstag hatten machen wollen). der aber wenige Meter vom abgestellten Bus aus wieder endete, da es total zu regnen begann, sahen wir uns erstmal daheim im Häusle den total tollen Film "Cheyenne - This must be the Place" mit Sean Penn (herrlich!) als alterndem Gothic-Rockstar an. Herrlich, großartiger Film! Tja, dann wars 14 Uhr und die Sonne kam raus und wir entschieden uns, einen zweiten Versuch zu unternehmen.

Am Silverfället (wildem Wasser) vorbei wollten wir eigentlich eine bestimmte Richtung einschlagen, die Ingo im Kopf hatte. Doch als ich beim Silverfället da so stand und fasziniert war, so sehr fasziniert, da bemerkte ich gar nicht, dass die beiden weg sind. 

Und sie dachten, ich wüsste, dass wir in eine andere Richtung gehen. Letztlich war das Resultat, dass die beiden zu mir zurück kamen, der ich da stand, vollkommen gefesselt ein Foto und Video nach dem anderen machte, und wir dann letztlich eine vollkommen andere Strecke durch diese wunderschöne Natur dort nahmen, als das eigentlich geplant war. Ich kann das nicht beschreiben, wie schön das war. Nur leider fühlte ich mich natürlich auch schlecht, weil nun hieß es dank meines Fehlers, darauf zu hoffen, dass wir da von weit oben einen Weg zurück finden... Aber Leute: Diese Aussicht da oben. Unbeschreiblich, unendlich schön. Man vergisst alles andere. Ein Traum, auch wenn es sehr windig und ziemlich frisch war. So waren wir da dann tatsächlich 4 Stunden unterwegs und ich sehr, sehr erleichtert, als wir dann doch auf einen Weg stießen und gegen halb sieben am Abend wieder am Bus waren...


Letzte Woche am Montag war ich einige Stunden alleine mit dem Fahrrad unterwegs, und am Samstag, den 21.9. war ich mit meiner mama an der Flatruet Richtung Funäsdalen im sagenhaft schönen Fjäll. Es war jedoch sehr windig und zog sich nach unserer Rast an einem großen Stein derartig zu am Himmel, dass wir entschieden, zurück zum Bus zu laufen. Aber auch dort entdeckten wir Rentiere und auch dort war es sehr schön.

Ich hab' einfach jedem Moment total genossen und liebe die Natur Schwedens, die von einer von mir nicht zu beschreibenden Schönheit ist. So genoss ich jeden Tag und machte sehr viele Bilder. Ich werde jetzt auch diesen Bericht erstmal beenden, weil ich einfach mal ein paar Zeilen schreiben wollte.
War rundum ein total gelungener und sehr, sehr schöner Urlaub, auch wenn sich das für manchen vielleicht stinklangweilig anhört. Mein Herz schlägt bei solchen Anblicken, wie ich sie in Schwedens Natur erlebte, auf jedem Fall schneller.

Und noch was: Die Luft war so verdammt gut, meist war es auch von der Temperatur total angenehm, weder zu kalt, noch zu warm.
Bei Google+ werde ich eine Auswahl schöner Bilder sicherlich in nächster Zeit präsentieren, möchte nun aber für den Moment diesen Bericht schließen, dem ich vielleicht einen zweiten folgen lasse, wenn ich mal durch die Audioaufzeichnungen die Namen der Orte und Seen etc. habe, was jetzt noch nicht der Fall ist.
Ein wunderschöner Urlaub war das!

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